Die geplanten Kürzungen an Hamburgs Ganztagsschulen sorgen bei Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen für große Sorgen. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion nimmt diese Sorgen ernst und macht Druck: Mit parlamentarischen Anfragen, einer öffentlichen Anhörung und einem konkreten Antrag zum Erhalt der Lehrkräftestellen setzen wir uns gegen die Pläne des rot-grünen Senats ein.
Es geht um viel mehr als um eine Veränderung bei der Personalplanung. Es geht um die Qualität der Bildung und Betreuung von rund 26.000 Kindern an Hamburgs Ganztagsschulen nach Rahmenkonzept (GTS).
Diese Schulen haben ein besonderes Konzept: Unterricht, Förderung und Betreuung werden über den gesamten Tag miteinander verbunden. Lehrkräfte und Erzieher arbeiten gemeinsam mit den Kindern. Unterricht kann auch am Nachmittag stattfinden. Gerade für Kinder, die zusätzliche Unterstützung benötigen, ist das ein großer Vorteil.
Genau dieses erfolgreiche Konzept setzt der Senat jetzt aufs Spiel.
Was Rot-Grün konkret plant
Ab dem Schuljahr 2027/28 sollen die Lehrkräftestunden im Ganztag schrittweise gestrichen werden. Ab 2028/29 sind überhaupt keine eigenen Lehrkräftestellen mehr für den GTS-Ganztag vorgesehen. Stattdessen sollen ausschließlich Erzieherstellen zugewiesen werden.
Die Folgen sind erheblich:
- 247,7 Lehrkräftestellen sollen 2028 im GTS-Ganztag wegfallen.
- 33,1 Sozialpädagogenstellen und mehr als 392.000 Honorarstunden sollen ebenfalls entfallen.
- Dafür sind 371,6 zusätzliche Erzieherstellen vorgesehen.
- Ab 2029 will der Senat dadurch jährlich rund 16,5 Millionen Euro einsparen.
Zum Vergleich: Der Haushalt der Schulbehörde umfasst 2027 rund 6,36 Milliarden Euro. Die geplante Einsparung entspricht weniger als 0,3 Prozent davon.
Für einen vergleichsweise kleinen Betrag im Behördenhaushalt wird ein bewährtes Schulkonzept grundlegend verändert.
Warum die Kürzungen für Kinder und Eltern problematisch sind
Bislang können Schulen selbst entscheiden, wie sie Lehrkräfte und Erzieher über den Tag einsetzen. Lehrkräfte können vormittags und nachmittags unterrichten und fördern. Dadurch können sich Lernphasen, Bewegung, Betreuung und Erholung sinnvoll abwechseln.
Künftig fehlt den Schulen dafür die bisherige Lehrkräfteressource.
Hinzu kommt ein ganz praktisches Problem: Woher sollen die vielen zusätzlichen Erzieher kommen? Gerade Stellen, die überwiegend am Nachmittag zwischen 13 und 16 Uhr benötigt werden, dürften schwer zu besetzen sein. Viele Beschäftigte benötigen verlässliche Arbeitszeiten und ausreichend große Stellenanteile.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die wichtige Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher infrage zu stellen. Gute Ganztagsschulen brauchen beide Berufsgruppen. Sie ergänzen sich, können sich aber nicht einfach gegenseitig ersetzen.
Besonders problematisch: Nach den Angaben aus der öffentlichen Anhörung haben 48 Prozent der GTS-Schulen einen Sozialindex von 1 oder 2. Es trifft damit auch besonders viele Schulen, deren Kinder auf zusätzliche Förderung angewiesen sind.
Hamburg hat in den vergangenen Jahren bei den Bildungsergebnissen aufgeholt. Diese Fortschritte dürfen wir nicht durch falsche Sparmaßnahmen gefährden.
CDU macht Druck – SPD und Grüne lehnen den Erhalt der Lehrkräftestellen ab
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat die Pläne nicht einfach hingenommen.
Bereits mit drei parlamentarischen Anfragen (Drucksachen 23/4914, 23/5471 und 23/5651) haben wir die geplanten Veränderungen, die Personalausstattung und die möglichen Folgen für die Schulen hinterfragt.
Auf Initiative der CDU fand am 7. Oktober 2026 zudem eine öffentliche Anhörung im Schulausschuss statt. Dort konnten Betroffene ihre Sorgen und Kritik unmittelbar vortragen.
Am 14. Oktober 2026 haben wir mit einem eigenen parlamentarischen Antrag (Drucksache 23/5661) konkrete Forderungen gestellt: Die bisherigen 220,4 Lehrkräftestellen an den GTS-Grundschulen sollen erhalten bleiben. Auch künftig muss ein verbindlicher Anteil an Lehrkräften im Ganztag vorgesehen sein.
Doch SPD und Grüne haben diesen Antrag abgelehnt.
Das ist besonders enttäuschend. Während Eltern und Schulen um die Qualität der Ganztagsbetreuung kämpfen, hält die Regierungskoalition an ihrem Sparkurs fest.
Was die CDU fordert
Unsere Forderungen sind klar:
- Die bisherigen 220,4 Lehrkräftestellen für den GTS-Ganztag müssen erhalten bleiben.
- Lehrkräfte und Erzieher müssen auch künftig gemeinsam den Ganztag gestalten können.
- Schulen müssen ihre bewährten pädagogischen Konzepte fortführen können.
- Elternvertretungen und weitere betroffene Kammern müssen bei den Veränderungen beteiligt werden.
- Die Auswirkungen auf Kinder an Schulen in sozial schwierigen Lagen müssen besonders berücksichtigt werden.
Wir bleiben dran!
Die CDU wird das Thema in den weiteren Haushaltsberatungen und im Schulausschuss konsequent verfolgen. Wir werden weiterhin parlamentarische Anfragen stellen, die Zahlen des Senats überprüfen und die Sorgen der Eltern und Schulen aufgreifen.
Auch aus meinem Wahlkreis in Bramfeld, Farmsen-Berne und Steilshoop erreichen mich zahlreiche Zuschriften besorgter Eltern. Besonders deutlich werden die möglichen Folgen beispielsweise an der Schule Fahrenkrön. Darüber habe ich bereits gesondert berichtet.
Für mich ist klar: Wir dürfen nicht zulassen, dass Hamburg ausgerechnet bei der Bildung unserer Kinder spart und damit ein bewährtes Konzept gefährdet.
Die CDU ist die parlamentarische Kraft, die mit konkreten Anfragen, einer Anhörung und einem Antrag für den Erhalt der bisherigen Lehrkräfteressourcen Druck macht. Wir werden auch weiterhin dafür kämpfen, dass gute Ganztagsschulen nicht nur auf dem Papier bestehen bleiben, sondern ihre Qualität erhalten.
Eine Übersicht über die Positionen der CDU-Bürgerschaftsfraktion vom 16. Oktober 2026 finden Sie nachfolgend:




