Bereits am 11. Dezember 2008 beschloss die Bezirksversammlung Wandsbek einstimmig (Drucksache 18-1236), die Straßenschilder der nach Detlev von Liliencron und seinen Werken benannten Straßen in Rahlstedt mit erklärenden Zusatzschildern zu versehen. Ziel war es, die Lebensdaten des bedeutenden Lyrikers sowie Hinweise zu den jeweils namensgebenden Werken sichtbar zu machen und damit ein Stück Rahlstedter Kulturgeschichte im öffentlichen Raum erlebbar zu gestalten.
Umgesetzt wurde der Beschluss bis heute nicht.
Dabei ist Liliencron eng mit Rahlstedt verbunden: Der 1844 in Kiel geborene Dichter lebte von 1901 bis zu seinem Tod 1909 in Alt-Rahlstedt. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des literarischen Impressionismus in Deutschlands. Seine Werke sind noch heute Abiturstoff. Ihm zu Ehren entstanden unter anderem der Liliencronpark mit Denkmal sowie zahlreiche Straßenbenennungen zwischen 1947 und 1955.
Nach ihm benannt sind folgende Straßen in Rahlstedt:
- Heidegängerweg (ursprüngliche Schreibweise „Haidegänger“)
- Liliencronstraße
- Merowingerweg
- Pellwormweg
- Pidder-Lüng-Weg
- Poggfreedweg (korrekte Schreibweise „Poggfred“)
- Pogwischrund
- Rungholt
- Wiebkestieg
Eigentlich sollten die Zusatzbeschilderungen nach einstimmigem Beschluss im Regionalausschuss Rahlstedt zum 100. Todesjahr Liliencrons 2009 umgesetzt werden. Aus Sicht der CDU-Bezirksfraktion ist es nicht hinnehmbar, dass ein einstimmiger Beschluss der Bezirksversammlung über fast zwei Jahrzehnte hinweg unbearbeitet bleibt.
Auf eine Kleine Anfrage der Bezirksabgeordneten Jörg Meyer und Claudia Folkers vom 15.01.2026 teilte das Bezirksamt Wandsbek am 26.01.2026 mit, dass aufgrund von Personal- und Zuständigkeitswechseln nicht nachvollzogen werden könne, warum der Beschluss nicht umgesetzt wurde.
Positiv ist aber: Das Bezirksamt signalisiert nun Bereitschaft zur Umsetzung. Dafür hat der kulturpolitische Sprecher der Bezirksfraktion Jörg Meyer zum Liliencron-Experten Volker Wolter, der u.a. maßgeblich für die Einrichtung eines Liliencron-Zimmers im Forum des Gymnasium Rahlstedt verantwortlich ist, Kontakt aufgenommen. Dieser hat nun Textvorschläge für die Zusatzschilder entworfen. Nach Eingang dieser Vorlagen kann die Verwaltung die Schilder in Auftrag geben und montieren lassen.
Jörg Meyer, kulturpolitischer Sprecher der Bezirksfraktion Wandsbek: „Die erläuternden Schilder sind mehr als reine Informationstafeln. Sie sind ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für einen bedeutenden Dichter, der Rahlstedt geprägt hat und sie stärken zugleich die kulturelle Identität unseres Stadtteils.“
Maximilian Angert, zubenannter Bürger in der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek: „Nicht selten fragt man sich, woher Straßen ihren Namen haben. Der Hinweis auf das Erbe Liliencrons, offenbart den Bezug nicht nur, sondern ist Einladung zur offenen und differenzierten Auseinandersetzung mit einem Dichter, der noch heute „abiturrelavant“ ist.“
Die CDU-Bezirksfraktion Wandsbek wird den weiteren Prozess eng begleiten und sich dafür einsetzen, dass der Beschluss aus dem Jahr 2008 nun endlich Realität wird.





