Die CDU-Fraktion wirft der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP vor, die dramatische Unterversorgung mit Hausärzten in Steilshoop jahrelang ignoriert zu haben und jetzt unter öffentlichem Druck Aktivitäten vorzutäuschen. Hintergrund ist eine Pressemitteilung der Ampel-Koalition, die im Nachgang des Sozialausschusses am vergangenen Montag versendet wurde, in der die CDU-Forderung nach einem Gesundheitszentrum für Steilshoop übernommen wurde. Der entsprechende CDU-Antrag (Drs. 22-2735) wurde einvernehmlich vertagt, um eine Einschätzung der bezirklichen Verwaltung einholen zu können. Eine inhaltliche Äußerung der Ampel-Koalition hat drüber hinaus nicht stattgefunden.
Während 2020 im Stadtteil noch rund zehn Hausärztinnen und Hausärzte tätig waren, sind heute nur noch zwei übrig – für mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Für die Menschen bedeutet das monatelange Wartezeiten, überfüllte Praxen, lange Wege oder im schlimmsten Fall gar keine Versorgung mehr.
Erst jetzt, nachdem der Druck durch die CDU und die Öffentlichkeit immer größer geworden ist, entdeckt die Ampel in Wandsbek plötzlich Steilshoop und erklärt, man arbeite „seit längerem“ an Lösungen. Tatsächlich stellt sie sich dabei rhetorisch wie eine Oppositionsfraktion dar – obwohl SPD und Grüne selbst den Senat stellen und damit unmittelbar für die Gesundheitspolitik in Hamburg verantwortlich sind. Aus Sicht der CDU ist das widersprüchlich und unglaubwürdig: Die Ampel kritisiert de facto ihren eigenen Senat, anstatt endlich zu handeln.
Geredet wurde viel, passiert ist nichts: Weder wurden neue Praxen angesiedelt noch ein Gesundheitszentrum geschaffen, und eine spürbare Entlastung für die Patientinnen und Patienten ist ausgeblieben. Dabei liegen konkrete Lösungsvorschläge seit Jahren auf dem Tisch, vorgelegt von der CDU. Bereits 2019 beantragte die CDU die Einrichtung eines interdisziplinären Stadtteil-Gesundheitszentrums sowie eines Lokalen Gesundheitszentrums für Steilshoop. Auch die eigene rot-grüne Forderung nach einem Gesundheitszentrum für Jenfeld aus dem Jahr 2019 wurde bis heute nicht umgesetzt.
Die CDU fordert daher ein Ende der bloßen Ankündigungspolitik. Notwendig sind nun kurzfristig zusätzliche Behandlungsflächen etwa durch mobile Lösungen, gezielte Programme zur Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten für Steilshoop sowie endlich die Umsetzung eines Lokalen Gesundheitszentrums.
Dazu erklärt Jens Wagner (CDU), Bezirksabgeordneter für Bramfeld und Steilshoop: „In Steilshoop sind in wenigen Jahren acht Hausärzte weggefallen – heute sind nur noch zwei übrig. Gleichzeitig stellt sich die Ampel in Wandsbek wie eine Opposition dar und kritisiert ihren eigenen Senat, anstatt Verantwortung zu übernehmen. Die CDU kämpft seit Jahren für eine bessere medizinische Versorgung, wir haben konkrete Konzepte und Anträge vorgelegt. Passiert ist unter Rot-Grün nichts. Die Menschen in Steilshoop benötigen keine neuen Prüfaufträge und Erklärungen, stattdessen brauchen sie endlich Ärzte, Versorgungsangebote und die schnelle Umsetzung eines Gesundheitszentrums. Wir bleiben dran, bis vor Ort eine spürbare Verbesserung erreicht wird.“




